Die verlorene Seele des Kaffees: Die Geschichte König Minjos

Vor langer Zeit gründete der mächtige König Minjo das Königreich Kaffa, welches heute in Äthiopien liegt. Legenden besagen, dass er nicht von einer Frau, sondern von einem Stein geboren wurde. 

König Minjo vereinte die vielen Stämme der dicht bewachsenen Bergregion und legte damit den Grundstein für ein 500 Jahre andauerndes Reich. 

Die geheimnisvollen Wälder Kaffas waren jedoch nicht nur die Heimat des Herrschers, sondern auch die der Kaffeepflanze. 

Aufgrund des tropischen Klimas wuchsen wilde Kaffeesträucher in zahlreichen Varietäten. Alle Coffea-Arabica-Pflanzen die heute auf der Welt zu finden sind, sind allesamt Nachkommen von Sträuchern aus diesem äthiopischen Hochland. Jedoch blieb die belebende Wirkung der Kaffeepflanze lange unentdeckt. 

Erst mit dem Auftauchen von König Minjos stießen Hirten auf die besondere Wirkung der Pflanze. Sie bereiteten einen Aufguss aus den Kirschen und Blüten zu und konnten so bis spät in der Nacht wach bleiben, beten und sich unterhalten. Die Wirkung der rätselhaften Pflanze verbreitete sich schnell und aus den Hirten wurden umtriebige Händler, die das wertvolle Gut über die Grenzen Kaffas hinaus bekannt machten. 

Kaffa wurde zum ersten Epizentrum der neuentdeckten Pflanze und verlieh ihr ihren heute weltbekannten Namen - Kaffee. 

Über die Handelsnetze Nord-Ostafrikas und des Orients verbreitete sich der Kaffee bis in die arabische Welt und schließlich nach Europa, Asien und Südamerika.

Was anfangs eng miteinander verwoben war - Minjo, Kaffa, Kaffee - geriet rasch in Vergessenheit. Konkurrierende Königreiche wurden auf den neuen Reichtum aufmerksam und Kaffeepflanzen sprossen in aller Herren Länder aus den Böden. 

Einst untrennbar vereint, wurde Kaffee weltbekannt und zum Lieblingsgetränk vieler Menschen. Die Geschichte König Minjos und seines Königreiches hingegen geriet in Vergessenheit. 

Jahrhunderte später ist es folglich an der Zeit, diese Geschichte weiter zuschreiben & die Wege wieder zusammen zu führen. In unserer modernen Welt wurde Kaffee zur Selbstverständlichkeit. Aus Genuss wurde Alltagsroutine. Aus einer Besonderheit wurde ein Massenprodukt. Was ein Stück weit verloren ging, war die Seele des Kaffees. Sie geriet in Vergessenheit, wie einst König Minjo. 

Ist also minjo. das, was dem Kaffee gefehlt hat? 

Es scheint, als müssten beide Wege wieder zusammengeführt werden, sodass Kaffee wieder zu einem exklusiven Genuss wird. 

Kaffee also jenen königlichen Wert beimessen, den er verdient. Ihm „minjo.“ zurückgeben. 



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